In den Anfängen der Videospiel-Ära gab es nie eine wirkliche Heldin. Gefährliche Abenteuer, boshafte Endgegner und die Suche nach Ruhm & Ehre blieben in erster Linie den männlichen Protagonisten vorbehalten. Eine Frau als Heldin eines Spieles zu steuern, war zumindest Anfang der 90er nicht wirklich denkbar. Immerhin wagte es Nintendo, zur späten Überraschung des Spielers, mit dem Spiel Metroid (NES) eine Heldin namens Samus Aran zu implementieren. Der Clou an der ganzen Geschichte: Der Spieler erfuhr erst am Ende des Spiels, das sich unter der schweren und schützenden All-over-Rüstung eine Frau befand. Die Sieg und Zahlreichen Kämpfe gegen die Aliens und letztlich auch die Errettung des Planetensystems sind also einer Frau zu verdanken. Das Spiel erschien anno 1986 und ist bis heute eine der beliebtesten Nintendo-Serien.

Spätestens aber mit dem Spiel Tomb Raider (PSone), waren Spielheldinnen so gefragt wie nie zuvor. Nachdem der Sprung ins 3D-Gefilde gelungen war, handelte es sich tatsächlich um eine Innovation, das Cyberbabe Lara Croft auf ihrer Indiana Jones angehauchten Odyssee zu begleiten. Auch diese Reihe hat in über einem Jahrzehnt sehr viele Anhänger generiert, obwohl die Qualität der Spielserie nicht immer Top war. Lara Croft gebührte sogar ein Auftritt im Musikvideo „Männer sind Schweine“ (Die Ärzte), in dem Sie eine schießwütige Männerkillerin verkörpert. Dieses Musikvideo markierte eine Revolution in der Spielindustrie, zeitgleich aber auch den reelen Karriereanfang von Lara Croft, die optisch von Angelina Jolie optimal in Szene gesetzt wird. Kombiniert mit dem schauspielerischen Talent von Jolie, wurden auch die zwei Tomb Raider Filme zum Kassenschlager. Ein dritter Teil ist demnach nicht ausgeschlossen.

Warum die Tomb Raider Spiele bis dato erfolgreich sind, liegt vor allem an der ansehnlichen (und mit zwei guten Argumenten ausgestatteten) Lara Croft, die die Männer Herzen im Sturm erobert hat. Viele andere Spiele versuchten an diesem Erfolgskonzept anzuknüpfen und nach dem Motto sex sells ihre Spiele vermarkteten – schließlich wurde eine Marktlücke aufgedeckt, die es zu füllen galt. So änderte sich die Präsentation der virtuellen Frauen im Laufe der Zeit: Noch leichter bekleidet, hübscher und aufreizender als je zuvor, bekamen die Cyberbabes einen entsprechenden Stellenwert im Videospielsektor.

Trotz pikantem Inhalt, gaben sich die Hersteller zumindest am Anfang Mühe und veröffentlichten diese Spiele mit ausgeklügeltem Gameplay. Die spielerisch hochwertige Serie Dead or Alive gilt in diesem Kontext als Paradebeispiel schlechthin. Die männliche Spielerfraktion konnte sich auf viele Kämpferinnen freuen, die sich wie Amazonen einen erbitterten Kampf in den Arealen lieferten. Allerdings muss gesagt werden, dass einige eingebaute Details nicht wirklich gelobt werden sollten. Auf einer übertriebenen Art und Weise wippen die Brüste beim Kampf und das witzige: Das tun sie auch so die ganze Zeit => sexistischer geht es nicht mehr. Mit Dead or Alive xtrem beach Volleyball verwandelten sich die ehemals kämpfenden Biester auf einmal in zahme Bikini-Schönheiten:

Das Video hat eigentlich eine klare Botschaft: . Folglich kann behauptet werden, dass dies eher ein Rückschritt als ein Fortschritt bedeutet…